Ein Herz für Wildbienen

Summendes Leben an der Weserstraße:

Unser Wildbienen-Blühstreifen mit Hotel

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Ab März erwacht das Leben auf der kleinen Platte.
Unser selbstgebautes Insektenhotel bietet
zahlreichen Wildbienen ein Zuhause

Spaziert doch mal vorbei
und beobachtet das entspannte Treiben
rund um unser 5-Sterne Luxushotel.

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Wildbienen in NRW

  • Heimische Vielfalt:
    In Nordrhein-Westfalen leben rund 350 verschiedene Wildbienenarten. Sie sind für die Bestäubung unserer Wild- und Kulturpflanzen unverzichtbar.
  • Gefährdungslage:
    Fast jede zweite Art (ca. 45–48 %) steht auf der Roten Liste. Der schleichende Verlust von Strukturen wie Totholz und Blütenvielfalt ist die Hauptursache.
  • Spezialisierung:
    Gut ein Drittel unserer Bienen ist auf ganz bestimmte Pflanzenfamilien angewiesen. Fehlt die Blume, verschwindet die Biene.
  • Die gute Nachricht:
    Wildbienen sind sehr regenerationsfähig. Sobald wir Strukturen wie Totholz und eine durchgehende Blüte von März bis Oktober anbieten, kehren sie verlässlich zurück.
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Die Wahl des Baumaterials für den Nestverschluss gibt Aufschluss über die jeweilige Spezies

  • Mineralischer Verschluss (Lehm): Glatte, meist graue oder bräunliche Lehmpfropfen sind das Markenzeichen der Mauerbienen (Osmia). Sie nutzen die Bodenfeuchte nach Regenfällen, um den Mörtel für ihre Zwischenwände und den Endverschluss zu gewinnen.
  • Pflanzlicher Mörtel: Grünlich verfärbte Verschlüsse aus zerkauten Blattstücken deuten auf Blattschneiderbienen (Megachile) hin. Diese nutzen ihre Kiefer wie Scheren, um passgenaue Blattstücke aus Laubgehölzen zu schneiden und damit ihre Brutenzellen zu tapezieren.
  • Harz und Sand: Kleine, oft unebene Pfropfen aus Baumharz, teils mit Sandkörnern durchsetzt, werden von Löcherbienen (Heriades) in den feinen 4 mm-Gängen angelegt.
  • Sekundärnutzung: Die großen Durchmesser (ab 10 mm) dienen häufig solitären Grab- und Faltenwespen. Diese sind für den Gartenbau ökologisch wertvoll, da sie ihre Brutkammern mit gelähmten Blattläusen oder kleinen Raupen als Larvenproviant bestücken.
  • Die verschlossenen Röhren verbleiben bis zum nächsten Frühjahr unangetastet, da die Larven innerhalb der Gänge eine vollständige Metamorphose durchlaufen und erst nach der Winterruhe als fertiges Insekt schlüpfen.

Wusstest du, dass eine einzige Mauerbiene die Bestäubungsleistung von etwa 80 bis 100 Honigbienen erbringt? Während Honigbienen den Pollen oft sehr akkurat verkleben, sind Mauerbiene eher „schlampige“ Sammler: Der trockene Pollen haftet lose an ihrem Bauchpelz und fällt bei der nächsten Blüte fast von allein ab. Für unsere Apfel- und Kirschbäume im KGV ist das ein riesiger Glücksfall.

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Dein eigenes Wildbienenhotel

Ein wirksames Insektenhotel muss trocken, vollsonnig und windgeschützt nach Süd-Osten ausgerichtet sein. Die wichtigste Regel lautet: Qualität vor Quantität.

Materialwahl und Verarbeitung Verwende ausschließlich massives, unbehandeltes Hartholz wie Eiche, Buche oder Esche. Nadelholz ist ungeeignet, da es bei Feuchtigkeit aufquillt, harzt und die Flügel der Tiere verklebt. Bohre Löcher im Durchmesser von 2 bis 9 mm grundsätzlich in das Querholz (von der Seite des Stammes). Bohrungen in die Stirnseite (Jahresringe) führen unweigerlich zu Rissen, durch die Parasiten eindringen oder die Larven vertrocknen. Die Gänge sollten 10 bis 15 cm tief sein und hinten zwingend bündig abschließen, um tödlichen Durchzug zu vermeiden.

Hohlstrukturen und Fehlerquellen Schilfhalme oder Bambusrohre müssen sauber gesägt sein. Jede Splitterung an der Schnittkante ist lebensgefährlich für die empfindlichen Flügel der Bienen. Vermeide typische „Füllmaterialien“ aus dem Handel: Stroh, Tannenzapfen und Lochziegel sind für Wildbienen vollkommen nutzlos. Stroh lockt lediglich Ohrwürmer an, die als Räuber in die Brutröhren eindringen, während die scharfen Kanten von Ziegeln die Tiere verletzen. Ein Dachüberstand von mindestens 10 cm ist essenziell, um das Nistmaterial vor Feuchtigkeit und Schimmelbildung zu schützen.

Die botanische Infrastruktur Eine Nisthilfe ohne Nahrungsquelle im Umkreis von 200 Metern bleibt unbewohnt. Da wir in Essen schwere Böden haben, solltest du auf robuste, heimische Stauden setzen. Das Gemeine Lungenkraut ist als Frühblüher lebenswichtig für die erste Generation der Mauerbienen. Der Gewöhnliche Natternkopf und verschiedene Glockenblumen-Arten sind im Frühsommer echte Pollenmagnete für spezialisierte Arten. Ergänzend bietet der Wiesensalbei hochwertigen Nektar und rundet das Versorgungsangebot für eine erfolgreiche Ansiedlung ab.


Wildbienen sind die effektivsten Bestäuber in unserer Stadt. Da viele Arten bereits bei kühleren Temperaturen ab ca. 8°C fliegen, sichern sie die Ernte unserer Obstbäume und Beerensträucher im KGV oft schon Wochen vor der Honigbiene. Eine einzige Mauerbiene bestäubt pro Tag bis zu 5.000 Blüten.

Nein. Wildbienen sind extrem friedfertig und nicht staatenbildend. Sie haben keinen Honigvorrat zu verteidigen und zeigen keinerlei Interesse an deinem Pflaumenkuchen. Selbst wenn man sie versehentlich berührt, ist ihr Stachel meist zu schwach, um die menschliche Haut zu durchdringen.

Typische Bewohner im Ruhrgebiet sind die Gehörnte Mauerbiene, die Rostrote Mauerbiene und die imposante, blauschwarze Holzbiene. Auch die Steinhummel ist ein häufiger Gast, da sie das milde Stadtklima und die vielfältigen Strukturen unserer Kleingartenanlagen schätzt.

Oft liegt es am Material oder Standort. Viele handelsübliche Modelle nutzen weiches Nadelholz oder haben rissige Bohrlöcher, die Flügel verletzen können. Wildbienen besiedeln zudem nur Hotels, die vollsonnig, regengeschützt und in unmittelbarer Nähe zu heimischen Blühpflanzen stehen.

Während Honigbienen in großen Völkern leben und Honig produzieren, leben die meisten Wildbienen solitär. Das bedeutet, jedes Weibchen versorgt sein eigenes Nest allein. Wildbienen sind oft kleiner, unauffälliger und spezialisierter auf bestimmte Pflanzen als ihre domestizierten Verwandten.

Ja, da natürliche Strukturen wie Totholz oder offene Bodenstellen in der Stadt oft fehlen. Durch künstliche Nisthilfen mit Bohrdurchmessern von 2 bis 9 mm bieten wir ihnen einen sicheren Ersatz für fehlende natürliche Hohlräume in einer sonst stark versiegelten Umgebung.

Auf den schweren Böden im Essener Süden gedeihen Natternkopf, Wiesensalbei, Glockenblumen und Lungenkraut hervorragend. Diese heimischen Stauden bieten hochwertigen Pollen und Nektar und sind perfekt an unser lokales Klima angepasst.

Die meisten Wildbienen überwintern als fertig entwickelte Insekten oder Puppen in ihren Kokons innerhalb der Niströhren. Deshalb ist es entscheidend, Insektenhotels im Winter draußen zu lassen und verblühte Staudenstängel erst im späten Frühjahr zurückzuschneiden.

Wildbienen brauchen Strukturen. Ein zu akkurat gemähter Rasen oder versiegelte Flächen bieten weder Nahrung noch Nistmaterial. Kleine Ecken mit Totholz, ein Haufen aus lehmigem Boden oder stehengelassene Wildkräuter sind für das Überleben der Tiere in der Stadt unverzichtbar.

Verwende ausschließlich trockenes Hartholz (Eiche/Buche) und bohre niemals ins Stirnholz, da dieses reißt. Achte darauf, dass die Röhren hinten geschlossen sind und keine Splitter die Eingänge blockieren. Ein Schutzgitter gegen Spechte sichert den Bruterfolg zusätzlich ab.