Der Garten im März


Allgemeine Grundstücks- und Teichpflege
Ein vitaler Boden bildet die Basis allen Wachstums. Der ab Ende Februar begonnene Prozess wird nun fortgeführt: Reifer Kompost wird fein gesiebt und als organischer Nährstofflieferant großzügig auf den Gemüsebeeten sowie im Wurzelbereich von Obstbäumen und Sträuchern verteilt. Parallel dazu verlangt der Gartenteich Aufmerksamkeit. Abgestorbene Pflanzenreste des Winters werden rigoros abgefischt, um Fäulnisprozesse und einen Sauerstoffmangel im Gewässer zu verhindern. In den Beeten beginnt zeitgleich die konsequente Entfernung von ersten Beikräutern, damit diese den Kulturpflanzen später keine Feuchtigkeit und Nährstoffe streitig machen.

Schonende Bodenbearbeitung und Gemüseanbau
Die Vorbereitung des Gemüsebeets erfordert Feingefühl statt roher Kraft. Der Boden wird bewusst nicht umgegraben, um die natürlich gewachsene Schichtung und die darin lebenden Mikroorganismen zu schonen. Bei schweren oder stark verdichteten Böden reicht es aus, das Erdreich mit einer Grabegabel etwa dreißig Zentimeter tief aufzulockern. Bei leichteren Böden erfüllen ein Grubber oder eine Pendelhacke diesen Zweck hervorragend. Die Reste der winterlichen Gründüngung werden oberflächlich entfernt, während ihr Wurzelwerk im Boden verbleibt und flach untergehackt wird, wo es sich zersetzt. Zum Abschluss wird die Oberfläche mit einer Harke, einem Handvertikutierer oder einer Sternfräse feinkrümelig eingeebnet. Diese feine Struktur bietet dem Saatgut optimalen Kontakt zum Erdreich und fördert eine gleichmäßige Keimung.

Unter dem Schutz von Frühbeeten oder Gartenvlies beginnt nun die Direktsaat kältetoleranter Kulturen wie Kohlrabi, Salate, Radieschen, Möhren und Erbsen. Wärmebedürftiges Gemüse verlangt hingegen nach einem geschützten Platz auf der Fensterbank oder im beheizten Gewächshaus. Gurken, Tomaten, Blumenkohl, Mangold, dicke Bohnen und Paprika werden hier sicher vorgezogen, bis sie stark genug für den späteren Umzug ins Freiland sind.

Staudenpflege, Rosenschnitt und Blütenpracht
Im Ziergarten steht der Rückschnitt an. Alle verbliebenen, vertrockneten Stauden sowie Ziergräser müssen zwingend vor dem Neuaustrieb bodennah gestutzt werden, um die frischen grünen Spitzen der neuen Triebe nicht zu kappen. Der frühe März ist zudem der perfekte Zeitpunkt, um groß gewordene Stauden wie Funkien, Fetthenne oder Phlox durch Teilung zu verjüngen. Dafür wird die Pflanze mit einem Spaten großzügig ausgegraben. Mit einem scharfen Spaten und einem kraftvollen, beherzten Schnitt spaltet man den Wurzelballen in zwei bis vier Segmente. Nachdem alte Erde entfernt und abgestorbene oder stark beschädigte Wurzeln an der Unterseite sauber abgeschnitten wurden, finden die vitalen Teilstücke an neuen Standorten Platz oder erfreuen in Töpfen gepflanzt die Gartennachbarn.
Für wurzelnackte Rosen und Heckenpflanzen bieten frostfreie Tage optimale Pflanzbedingungen. Bei Rosen gilt strikt: Die verdickte Veredelungsstelle muss zwingend unter der Erdoberfläche liegen, um sie vor Spätfrösten zu bewahren. Der Pflege- und Rückschnitt etablierter Rosen orientiert sich an einem bewährten Naturkalender: Sobald die Forsythien in voller Blüte stehen, wird zur Schere gegriffen und im Anschluss gedüngt. Die Lücken in den Beeten füllen sich derweil mit kältefreundlichen Einjährigen wie Vergissmeinnicht, Primeln und Bellis. Während Zinnien und Löwenmäulchen im Warmen vorgezogen werden, können Ringelblumen, Kornblumen und Mohn bereits direkt ins Freiland gesät werden.

Obstbaumschnitt und gezielte Nährstoffversorgung
Die Zeit drängt beim fachgerechten Schnitt von Kernobstbäumen und Beerensträuchern. Bis Mitte März müssen diese Arbeiten an frostfreien Tagen abgeschlossen sein, um den beginnenden Saftfluss der Pflanzen nicht zu stören und die Kronen für einen guten Lichteinfall auszulichten. Stehen Neupflanzungen von Obst- oder Zierbäumen an, ist exakt auf die Pflanztiefe zu achten. Im starken Kontrast zur Rose muss die Veredelungsstelle bei Bäumen immer deutlich über dem Erdniveau bleiben. Liegt sie im Boden, besteht die Gefahr, dass die Edelsorte eigene Wurzeln bildet und die wuchsregulierenden Eigenschaften der Unterlage verloren gehen. Mitte des Monats startet die gezielte Nährstoffversorgung der Beerensträucher. Besonders Blaubeeren als Moorbeetpflanzen stellen hierbei spezielle Ansprüche: Sie benötigen ein saures Milieu und profitieren enorm von Hortensiendünger oder einer schützenden Schicht aus Rindenmulch, die den pH-Wert des Bodens dauerhaft im optimalen Bereich hält.