Die Geschichte unseres Vereins
1942 – 1945
Zwangsarbeiterlager
Das Gelände der heutigen Kleingartenanlage diente im Zweiten Weltkrieg als Zwangsarbeiterlager – ein Lager, in dem Zivilpersonen aus besetzten Gebieten für die deutsche Kriegswirtschaft arbeiten mussten. Im Jahr 1942 errichtete die Firma Fried. Krupp auf dem heutigen Kleingartengelände ein großes Barackenlager. Zunächst waren dort französische Zivilarbeiter untergebracht; später wurden mehr als 1000 Männer und Frauen aus dem Osten (sogenannte „Ostarbeiter“) in diesem Lager interniert. Einige bauliche Überreste dieser Zeit existieren bis heute: Mehrere Kleingarten-Parzellen sind über ehemaligen Bunkerfundamenten angelegt, d. h. sie besitzen quasi einen „unterkellerten“ Boden aus Bunkerresten. Beim Umgraben treten stellenweise Relikte aus der Kriegszeit zutage.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Lager aufgegeben. Über das direkte Schicksal der Lager-Baracken ist wenig dokumentiert; vermutlich wurden sie im Laufe der Kämpfe um Essen oder unmittelbar nach Kriegsende beschädigt oder abgerissen. Fest steht, dass nach 1945 das zuvor militärisch genutzte Areal brachlag – in einer von Zerstörungen gezeichneten Stadt mit großem Mangel an Wohnraum und Lebensmitteln.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Lager aufgegeben. Über das direkte Schicksal der Lager-Baracken ist wenig dokumentiert; vermutlich wurden sie im Laufe der Kämpfe um Essen oder unmittelbar nach Kriegsende beschädigt oder abgerissen. Fest steht, dass nach 1945 das zuvor militärisch genutzte Areal brachlag – in einer von Zerstörungen gezeichneten Stadt mit großem Mangel an Wohnraum und Lebensmitteln.
1950er–1960er
Grabeland
In den unmittelbaren Nachkriegsjahren diente die Fläche an der Weserstraße als sogenanntes Grabeland. Als Grabeland wurden provisorisch freigegebene Grundstücke bezeichnet, die der städtischen Bevölkerung zur Selbstversorgung mit Lebensmitteln überlassen wurden. Auf solchen Flächen – oft Trümmer- oder Brachgelände – konnten Anwohner Gemüse und Kartoffeln anbauen, um die Versorgungslage zu verbessern.
So auch in Bergerhausen: Das ehemalige Lagergelände wurde um 1945–1949 von den Anwohnern umgegraben und bepflanzt, um ihre Familien zu ernähren. Diese Nutzung als Grabeland war zunächst informell und Jahr für Jahr befristet (da langfristig andere Nutzungen oder Bauvorhaben möglich waren). Strukturelle Einrichtungen gab es kaum – keine festen Lauben, keine Strom- oder Wasseranschlüsse, lediglich das Nötigste für den Anbau von Obst und Gemüse.
So auch in Bergerhausen: Das ehemalige Lagergelände wurde um 1945–1949 von den Anwohnern umgegraben und bepflanzt, um ihre Familien zu ernähren. Diese Nutzung als Grabeland war zunächst informell und Jahr für Jahr befristet (da langfristig andere Nutzungen oder Bauvorhaben möglich waren). Strukturelle Einrichtungen gab es kaum – keine festen Lauben, keine Strom- oder Wasseranschlüsse, lediglich das Nötigste für den Anbau von Obst und Gemüse.
1970ER
Parzellierung
Ab den 1970er Jahren vollzog sich der Wandel vom provisorischen Grabeland zur dauerhaften Kleingartenanlage. In dieser Zeit wurde das Gelände planmäßig in Parzellen aufgeteilt und die heutige Gartenkolonie formierte sich. Schrittweise entstanden feste Gartenlauben nach den Vorgaben des Bundeskleingartengesetzes, und das Areal erhielt eine grundlegende Infrastruktur: So wurden spätestens in den späten 1970er oder frühen 1980er Jahren Stromanschlüsse für die Parzellen geschaffen und eine zentrale Frischwasserleitung verlegt.
1980er
Anfänge im Gartenbauverein
Die Kleingartenanlage Weserstraße war ursprünglich kein eigenständiger Verein, sondern Teil eines größeren Zusammenschlusses. In den 1980er Jahren gehörten die Parzellen zur Sektion Bergerhausen des Gartenbauvereins Essen-Süd e.V. (GBV Essen-Süd). Dieser 1924 gegründete Verein betreute mehrere Kleingartenanlagen im Essener Süden Innerhalb des GBV Essen-Süd wurden den einzelnen Anlagen Obmänner zugeteilt. Ein Obmann ist in diesem Kontext der gewählte Anlagenleiter, der vor Ort für Ordnung und Verwaltung sorgt und als Bindeglied zum Hauptverein fungiert. Die Gartenanlage Weserstraße hatte also einen eigenen Obmann, unterstand aber dem Vorstand des GBV Essen-Süd.
Der Verein wurde in dieser Zeit nahezu jährlich als einer der schönsten Kleingartenanlagen Essens ausgezeichnet. Viele langjährige Mitglieder erinnern sich noch nostalgisch an diese Phase, in der man mit Blumenrabatten, sauber gehaltenen Wegen und kreativ gestalteten Parzellen bei städtischen Wettbewerben zuverlässig die vorderen Plätze belegte.
Der Verein wurde in dieser Zeit nahezu jährlich als einer der schönsten Kleingartenanlagen Essens ausgezeichnet. Viele langjährige Mitglieder erinnern sich noch nostalgisch an diese Phase, in der man mit Blumenrabatten, sauber gehaltenen Wegen und kreativ gestalteten Parzellen bei städtischen Wettbewerben zuverlässig die vorderen Plätze belegte.
1990er
Mitgliederschwund
Phase des Mitgliederrückgangs (generelle Tendenz in Kleingartenvereinen der Zeit). Einige Parzellen stehen zeitweise leer. Aus dieser Zeit liegen uns nur sehr wenig Informationen vor. Solltest du zufällig zwischen 1990 und 1999 Pächter/in in unserem Verein gewesen sein, freuen wir uns sehr, wenn du mit uns Kontakt aufnimmst!
200oer
organisatorische Neuausrichtung
Im Jahr 2003 kam es zur organisatorischen Neuausrichtung: Die Kleingärtner der Weserstraße (und der zweiten Anlage an der Zeche Ludwig) lösten sich aus dem GBV Essen-Süd und gründeten den eigenständigen Verein Kleingartenverein Weserstraße e.V.. Diese Abspaltung war Teil einer stadtweiten Tendenz, große Gartenbauvereine mit verstreuten Anlagen in kleinere, selbständige Vereine aufzuteilen.
Seit 2003 ist der KGV Weserstraße e. V. im Vereinsregister eingetragen und agiert mit eigenem Vorstand und Satzung. Eine Umbenennung hat insofern stattgefunden, als die Anlage zuvor nur als „Anlage Weserstraße im GBV Essen-Süd“ firmierte und nun ihren eigenen Vereinsnamen trägt.
Seit 2003 ist der KGV Weserstraße e. V. im Vereinsregister eingetragen und agiert mit eigenem Vorstand und Satzung. Eine Umbenennung hat insofern stattgefunden, als die Anlage zuvor nur als „Anlage Weserstraße im GBV Essen-Süd“ firmierte und nun ihren eigenen Vereinsnamen trägt.
2010er
Konsolidierung
Mitgliederschwund gestoppt, neues Interesse am Kleingartenwesen; Modernisierung von Gärten, verjüngte Mitgliederstruktur. In den 2010er Jahren vollzog sich der gesellschaftliche Wandel auch innerhalb der Kleingartenkultur. Ein geschärftes Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Umweltschutz steigert das Interesse an den nun gar nicht mehr so spießigen Schrebergärten. In unserem Verein fand eine Verjüngung der Mitgliederstruktur statt.
2020er
Vollbelegung
Nicht erst seit 2020 sind unsere Parzellen dauerhaft belegt. Mit Beginn der Pandemie explodierte bei uns die Nachfrage nach freien Gärten. 2021 sind 281 (!) Bewerbungen bei uns eingegangen – bei ganz genau 0 freien Gärten. Die Nachfrage hat nach Beendigung der Pandemie deutlich nachgelassen, bleibt aber dennoch auf höchstem Niveau.
In den vergangenen Jahren haben wir unsere Mitgliederstruktur nochmals deutlich verjüngt und freuen uns über zahlreiche kleine Nachwuchs-Gartenfreunde im Verein. Wir sind Familiengarten, Generationengarten, Ökogarten, Bienengarten, Rentnergarten. Vor allem aber sind wir ein kleines Stück Natur. Mitten in der Stadt.
In den vergangenen Jahren haben wir unsere Mitgliederstruktur nochmals deutlich verjüngt und freuen uns über zahlreiche kleine Nachwuchs-Gartenfreunde im Verein. Wir sind Familiengarten, Generationengarten, Ökogarten, Bienengarten, Rentnergarten. Vor allem aber sind wir ein kleines Stück Natur. Mitten in der Stadt.
