Projekt Backofen.
Selbst ist der Gärtner.

Aller Anfang ist lehmig.
Jeder von uns hat ganz eigene Erinnerungen an 2020. Pandemie und plötzlich stand das gewohnte Leben still. Bei teilweise schönstem Gartenwetter. Während die Gartenmärkte verschlossen und der bundesdeutsche Kampf ums Toilettenpapier ungeahnte Intensitäten annahm, beschloss eine Gruppe vom ewigen Lockdown gelangweilter Gartenfreunde rund um unser Ehrenmitglied Friedhelm nebst „Bienenmann“ Günni: Wir bauen einen Backofen.
Aus Lehm. Von Grund auf. Weil wir es können und ja auch sonst eh nix dürfen.
Gesagt, getan – zumal die benötigte Fläche schnell gefunden war. Wir hatten ein Jahr zuvor eine alte Kirschlorbeerhecke entfernt und seitdem eine brachliegenden, gleichfalls wie für einen Backofen geschaffenen Bauplatz direkt angrenzend an den Vorplatz zu unserer Gemeinschaftslaube. Denn was wäre ein Gemeinschaftsofen ohne den passenden Platz für Geselligkeit? Uns ist bewusst, dass in einem Kleingartenverein die Flächenversiegelung mit Beton untersagt ist.
Allerdings: Wir haben hier Beton auf Beton gesetzt. Unsere Gemeinschaftsfläche steht seit 1942 auf einem massiven Betonuntergrund. Wollten wir diese Fläche renaturieren, müssten wir wohl einen Sprengmeister beauftragen.


Jede Schöpfung beginnt
mit einer Idee
Der Lehm für unsere Lehmziegel stammt aus Katernberg. Die Form vom befreundeten Metallbauer, bei dem der Zufall es wollte, dass genau zur passenden Zeit eine passende Baugrube ausgehoben wurde – mit genau zu unserem Ofen passendem Rohstoff zur freien Verfügung. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an unseren Freund Tom, ohne den unsere Schöpfung nur eine schöne Idee geblieben wäre.

Kreativität ist Intelligenz
die Spaß hat
Ein umfunktionierter Betonmischer, ein Gabelstapler und ein Auto. Wir wollten so wenig Technik wie möglich und so viel ursprüngliche Handwerkskunst wie verfügbar für unser Ofenprojekt einsetzen. Teile kaufen kann jeder – beziehungsweise wir damals nicht – aber es war unsere Herausforderung dabei, möglichst wenig Zukaufteile einzusetzen. Der einzige preisintensive Verbrauchsartikel, den wir in größerem Umfang benötigt und immer gerne auch eingesetzt haben, war gutes Stauder Bier.


Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen
Wenn bei uns im Verein jemand weiß, wie man ein Projekt auf sichere (Beton-)Füße stellt, dann Friedhelm. Mit seiner jahrzehntelanger Erfahrung hat er uns „mal eben so“ den Backofen bemaßt und gezeichnet, das Fundament berechnet und beim Bau unterstützt.
Die Bauphase zog sich über mehrere Monate.
Wir hatten ja nichts. Außer Zeit.
Und ziemlich viel vor.

Was lange währt, backt endlich gut














